Montag, 5. März 2012

Monkey Mia, Coral Bay und Exmouth ... und ein Hai

Vier Tage sind jetzt schon seit dem letzten Blogeintrag vergangen ... und das hat hauptsächlich einen Grund ... naja, eigentlich zwei: der erste wäre, dass unser cooles Vodafone Ding einfach nirgends hier im Westen auch nur irgendwie Empfang hat. Nur in "ausgewählten Kleinstorten" ... und eben in Perth, Broome, Darwin und sonstige "Grossstädte". Tja, man muss halt doch irgendwie auch mitbekommen dass wir hier wirklich in der Pampa rumcruisen ... vergisst man dann doch wieder recht schnell, weil's einfach zur Gewohnheit wird. Als zweiter Punkt sei die Zeit ansich erwähnt ... die einfach für andere Dinge draufgeht ... und irgendwann wenn wir dann um 22:00 Uhr oder so ins Bett gehen fragt man sich wieder warum man auch heute wieder nicht dazugekommen ist den Blog zu schreiben. Aber es soll halt dann doch schönere Dinge geben als vorm Laptop zu sitzen (auch wenn gewisse Bekannte meinerseits das vielleicht trotz ihres schon sehr fortgeschrittenen Alters immer noch nicht ganz mitbekommen haben ... da hilft auch der Remy nichts ;)

Unser Campingplatz in Coral Bay
Wie auch immer ... aktuell sitz ich grad in Coral Bay auf unserem Camping-Stellplatz VOR unserem Auto in der Abendsonne ... ist hier grad dreiviertel 6 am Abend. Coral Bay selber ist im Prinzip (hat glaub ich 200 Einwohner oder so) nicht viel mehr als 1 Strasse und ein paar Häuser ... und halt die wunder-wunder-schöne Bucht bzw. Lagune hier. Als wir das erste mal hier eingebogen sind haben wir uns wirklich gedacht wir sind in der Karibik gelandet so schön ist der Strand hier. Und man geht mal ewig weit ins Meer rein bis einem das Wasser halbwegs mal bis zu den Knien geht. Toll toll toll.

Aber dazu später mehr ... ihr, das Leser-Volk, wollt ja sicherlich wissen wie um alles in der Welt wir vor ein paar Tagen grad noch in Kalbarri waren und JETZT schon auf der Showbühne ... äh ... in Coral Bay.

Die Geschichte trug sich folgendermassen zu:

Am Donnerstag sind wir vom wirklich sehr schönen Küsten...örtchen Kalbarri aufgebrochen in Richtung Shark Bay, Monkey Mia um genau zu sein. Haben einen Stellplatz im Monkey Mia Resort erhalten, das einzige Resort wo's die berühmten Delphine zu sehen gibt. Fahrt selber war dann im Prinzip eh wieder sehr unspektakulär ... ein paar hundert Kilometer halt wieder auf elendslangen und immer gleich aussehenden Strassen. Das ist langsam wirklich sehr ermüdend muss ich sagen ... also Autofahren war vor 2 Jahren während meiner USA-Durchquerung wirklich abwechslungsreicher: Es gab Berge, Wüsten, das weite Land (inkl. Beinahetornado), Wälder, Städte, Strände, Küsten, etc. .... hier gibts genau Strassen durch rotes Land inkl. Büschen auf der Seite. Und das immer gerade und gerade und gerade und gerade. Aber gut dass ich nicht zum Autofahren hier bin, immerhin :)

Knapp (50-100 Kilometer oder so) vor Monkey Mia (aber schon auf der besagten Halbinsel) sind wir an einer Touristen-Attraktion vorbeigefahren ... und natürlich auch direkt hin: Shell Beach. Dieser wirklich ansich sehr schöne Strand besteht nicht aus Sand ... sondern aus lauter kleinen Muscheln. Warum das so ist ... keine Ahnung, ich glaub ich habs mal wo gelesen, kann mich aber nicht mehr erinnern. Klingt ja soweit mal gut ... nur (und es endet immer schlecht, wenn nach dem Beistrich ein "nur" folgt): Was NIEMAND auch nur irgendwo irgendwie geschrieben hat, war die Fliegenplage. Wir sind ja von Kalbarri und dem gleichnamigen Nationalpark schon EINIGES gewohnt gewesen ... aber DAS hat wirklich alles geschlagen: Kaum haben wir bei Shell Beach (oder wie Caro es mittlerweile nennt: Horror Beach) eingeparkt und unser Auto abgestellt, haben sich von draussen schon Horden von Fliegen (und interessanterweise diesmal auch Wespen, Flugameisen, etc.) auf unserer Windschutzscheibe abgesetzt, auf unserem Schnorchel, auf der Kühlerhaube ... kurzum: überall. Wie in "Die Vögel" ... nur mit Fliegen! Aber nachdem wir schonmal hier waren hat's geheissen "Nix wie durch!" und wir haben uns ins freie gewagt. Caro wieder mit Fliegennetz, ich hab's einmal mehr ohne probiert.

Dieses Bild vermittelt in KEINSTER
Weisen den Horror den wir erleben
mussten. Im Gegenteil.
... und es war der Horror! Knapp hinter uns sind 2 Frauen auch aus einem Auto ausgestiegen ... die kannten die Fliegenplage hier aber anscheinend  noch nicht so ... und haben nach ca. 10 Metern wieder umgedreht und sind weitergefahren. Wir haben uns (je Kopf ca. 100 Fliegen) aber den Shell Beach entlang zum Meer gequält ... und haben somit einen der schönsten Strände (vom Prinzip her mal) gesehen ... der allerdings KOMPLETT unbenutzbar ist. Schnell 2-3 Fotos gemacht und retour. Man kann es sich eigentlich so sicher gar nicht vorstellen ... am besten aber mit: Man gehe in einen Kuhstall wo's von Fliegen nur so wimmelt ... addiere "Fliegen gehen nur auf den Kopf und in die Augen & Ohren" ... und multipliziere das mit 10. Ungefähr SO war's dortn. Der Gag an der Sache war aber: Trotz wirklich schnellem Reinhüpfen ins Auto sind uns Dutzende Fliegen gefolgt. Somit war nichtmal da eine Ruhe und ich musste bedrängt von etlichen Fliegen den Weg auf die Strasse finden ... wo wir bei 120km/h dann versuchen konnten die Fliegen aus dem Fenster rauszudrängen. "Abenteuerlich" fällt mir da ein. Aber da einem hier oft einfach alle 10 Minuten mal ein Auto übern Weg fährt alles halb so tragisch. Nach dieser wirklich interessanten Erfahrung gings dann weiter nach Monkey Mia.

Monkey Mia ansich ist kein Ort oder so (zumindst hätt ich keinen gesehen), sondern einfach nur das besagte Resort. Welches versucht mindestens 4 Kategorien an Unterkünften zu vereinen ... was prinzipiell nur schlecht gehen kann. Sagt der Hausverstand, sagt der Reiseführer, und war dann auch so. Der Campingplatz selber gleich im Prinzip einen grossen Sandparkplatz ... wobei man fairerweise sagen muss dass wir hinten im Eck wirklich einen der besseren Abstellplätze unter 2 Bäumen und 1 Palme erwischt haben. Die freundliche Dame am Office hat dann gleich gemeint "Oh, these two Toilet-Blocks might be closed at the moment" ... might my ass: Natürlich waren die closed. Was zur Folge hatte, dass einfach am ganzen Resort 2 Herrenbäder abgegangen sind und nur mehr 1 am Platz selber und 2 bei den Dorm-Rooms (da wo die betrunkenen Jugendlichen Doofis wohnen). Caro hatte es feiner ... direkt bei unserem Auto war ein Frauenbad ... das zwar offen hatte aber zu ausgeschaut hat ... somit sozusagen Caros Privatklo & Dusche. Ich hab zu den Betrunkenen müssen, toll. Aber: Wir haben es uns genauso vorgestellt ... darum alles nur halbsoschlimm. Aber war wirklich der schlimmste Campingplatz bisher. Weil die Klos die noch funktioniert haben, waren dreckig und die Duschen ebenso. Die haben schon lang keinen Mop mehr gesehen glaub ich. Abends war im einzigen Campingbad dann pro Waschbecken mindestens 1 Grashüpfer und/oder eine Kakerlake, und pro Klo hat's beim runterspülen was mitgeschwemmt. Toll. Ach, und ab und an hat ein Rudel Ameisen wiedermal einen Käfer überwälltig ... natürlich mitten im Bad. Aber: wenn man an einem bestimmten Platz der für eine Sache (die Delphine) bekannt ist ein Monopol hat, dann kann man die doofen Camper dumm sterben lassen ... weil die kommen ja eh. Aber trotzdem: Schlimmster Campingplatz der Reise!

Eingangs allerdings dann gleich der Satz des Tages: "Achtung links, da gehen Emus!" Im ganzen Resort und drumherum gibts nämlich an Haufen freilaufende Emus die einfach gemütlich neben den Campervans, den Leuten, den Häusern etc. drum herum und durch schlendern ... oder wie auch immer das bei Emus heisst. Da muss man a) aufpassen dass mein keinen zsammführt und b) dass er einem nicht das Essen stiehlt ... aber dazu später.

Waren dann natürlich noch schwimmen und ein wenig am Strand chillen. Caro, wie sich herausgestellt hat, sind Pelikane "ungeheuer" ... wie fein dass direkt bei unserem Strandabschnitt einer von links nach recht nach links nach rechts patroulliert hat. Und wenn man bis zum Kopf im Wasser sitzt is' so ein vorbeischwimmender Pelikan mit seinem grossen Schnabel einfach ein grosses Tier. Aber mei, der wollt auch nur seine Ruhe (und seine Fische) und is immer in mindestens 2 Meter Abstand an uns vorbeigeschwommen. Aber Freunde werden sie nicht mehr, die Pelikane und die Caro, das hab ich schon gesehen.

Was die Dame im Hintergrund macht
kann und will ich nicht sagen Vorne
aber: Delphine!
Am zweiten Tag sind wir dann früh auf um uns die besagten Delphine von Monkey Mia anzuschauen ... um 07:45 waren wir dann schon am Strand (der - wiedermal - genau 1 Gehminute von unserem Stellplatz entfernt war). Dortn waren dann aufgefädelt schon ein Haufen Leute ... ich tippe mal auf 40 (?!) die alle auf die Delphinfütterung gewartet haben. Um ca. 08:00 Uhr hat dann eine Dame vom Resort mit einem Mikro (sehr professionell das Ganze ... im Gegensatz zu den Klos!) reden angefangen und uns ein paar Delphin-Stories erzählt. Wir waren dabei alle mittlerweile schon ein wenig im Wasser und die Delphine (ca. 5-10?!) sind vor uns rumgeschwommen. War wirklich interessant mal "wilde" Delphine rumwuseln zu sehen ... und ebenso interessant dass die seit >30 Jahren genau um die gleiche Uhrzeit immer an der gleichen Stelle auftauchen ... naja, da wo's Futter gibt, gehen die Leute hin (ein Phänomen das auch recht gut an Teresa feststellbar ist :)) Das ganze Schauspielt (das schon ein wenig komisch gewirkt hat muss ich sagen ... 5-10 Delphine und 40 Leute die gespannt zuschauen) hat ca. 30 Minuten gedauert, bis die armen Delphine dann endlich ihre paar Fische bekommenb haben. Gott sei Dank wurde niemand von uns 2 auserkoren die Delphine zu füttern ... hätt jetzt echt nicht sein müssen. Danach haben die Delphine ... und die Menschen recht schnell das weite gesucht. Ob sich das jetzt rentiert oder nicht kann und will ich nicht sagen ... war was besonderes, keine Frage, und in Verbindung mit dem schönen Wetter, den Pelikanen am Strand, den Rochen und den Schildkröten die wir noch in freier Wildbahn gesehen haben sicherlich nette 2 Tage. Aber wie gesagt: der Campingplatz selber ist einfach fürn Hugo.

Denham - Sieht gut aus ...
... ist aber todlangweilig
Am Nachmittag des zweiten Tages haben wir uns dann noch das kleine (und SEHR ausgestorbene) Nest "Denham" angesehen, das ca. 30km vor Monkey Mia liegt ... und vorher noch den "Ocean Park" etwas ausserhalb. Vor Denham war ich ja schon "gewarnt", da meine liebe Freundin Elke (Gruss!) die Stadt nur mit einem "Smiley" in ihrem Fotoalbum bedacht hat ... weil da anscheinend überhaupt nix los ist. Und: Es steppt tatsächlich NICHT der Bär. Also gar nicht. Nicht mal ein bisschen. Nicht mal ein wippen mit dem Fuss. Nix. Es hatte ca. 37°C, wir sind durch die eine (?) Strasse spaziert, und ALLES hatte zu. Nur eine Bakery nicht. Dafür hatte die kein Klo. Ganz schlimm. Notiz am Rande: Gürtel hatten wir auch gesucht, nachdem ich meinen irgendwie zerrissen hab versehentlich. Fazit: in ganz Denham gibt es ZWEI Gürtel, und BEIDE kosten sie jeweils AUD 55,-. Jetzt hab ich einen von Caro den sie nicht benützt ... passt eigentlich recht gut muss ich sagen. Also, kurzum: Denham kann NIX, nicht hinfahren, langweilig :) Der Ocean Park ca. 5km vorher hingegen ist ganz nett. Kostet pro Person AUD 19,- Eintritt, aber man sieht in 3 Outdoor-Becken an Haufen Fische die direkt vor dem Ocean Park gefangen wurden ... inklusiver 3-4er Haie .. die auch brav immer gefüttert werden vor dem Publikum (gut, mit genau 2-3 kleinen Fischen damit sie nicht zu dick werden, aber immerhin). Drinnen sind dann noch 5-6  Becken mit allerlei anderem Getier (Bob, der Schildkröte, Fugus (diese Japanischen Fische mit Gift und so), Feuerfische, Aale, Fake-Aale (Fische die sich als Aale ausgeben), etc etc.  Ist auch immer ein Guide mit einem unterwegs der einem zu den einzelnen Tieren immer eine sehr interessante (muss man wirklich sagen) Geschichte erzählt.

... viel hab ich mir allerdings nicht dermerkt, da unser Guide eine Guide-in war ... und sowas von nett dass ich leider meine Augen nur auf sie und nicht auf irgendwelche tödlichen Fische richten konnte :) Aber ZWEI hab ich mir dermerkt:

Geschichte A: Feuerfische haben einen recht guten Trick wie sie an ihre Beute rankommen: Sie suchen sich zuerst mal einen grossen, aber recht doofen Fischschwarm und pirschen sich an. Natürlich ist so ein Feuerfisch eine - wenn man ein kleiner Fisch ist - recht impossante Gestalt, weshalb die anderen Fische vom Schwarm natürlich anfangs noch sehr ängstlich sind. Der Feuerfisch allerdings gibt sich von seiner besten Seite, versucht sich in den Schwarm einzugliedern, signalisiert "Hey Jungs, will eigentlich nur ein wenig mit euch abhängen!". Nach langer langer Zeit wird er dann immer mehr und mehr in den Schwarm aufgenommen bis er als einer von ihnen akzeptiert wird. Aber DANN in einem geschickten Moment wo er dann schlussendlich wirklich - weil er ja jetzt Teil der Gruppe ist - das Vertrauen der Guppe gewonnen hat, schlägt er zu und beginnt nacheinander einfach der Reihe nach die Fische aufzufressen, was grad reinpasst wird geschluckt. Das macht er solange bis er satt ist ... dann geht er verdauen ... und sucht sich schon die nächste - doofe - Gruppe Fische aus.

Geschichte B: Aale sind ja was recht seltenes ... schon allein wenn's jetzt wirklich so an Haufen unterschiedliche Untergruppen und so gibt. Und das zweite Pech das so ein Aal hat: Das Weltmeer ist recht gross. Und was macht man jetzt als Aal, wenns von einem nur ganz wenige gibt und der Tummelplatz aber riesig ist und man sich halt dann trotzdem mal paaren möchte? (und nein, es gibt keine Singlebörse für Aale ... wobei - je länger ich überlege - das wirklich mal eine Marktlücke wäre!) Genau, man wird einfach "Hermaphrodit". Grund: Wenn man dann irgendwann mal endlich einem Aal über'n Weg läuft, der zufälligerweise auch noch die gleiche Spezies wie man selber ist, dann wär's jetzt gar zu blöd wenn man draufkommt dass der andere auch ein Männchen ist ("Nicht wirklich" denkt sich jetzt Wolfi, aber es geht hier um was anderes :)). Darum sind diese Aale Hermaphroditen ... und das läuft dann so: Wenn sich zwei "kompatible" treffen, dann schlingern sie sich nebeneinander hin, wackeln und schütteln sich mal um die Wette, und der der grösse und stärker ist ... macht sich einfach zum Weibchen und der andere zum Männchen.  Gar nicht so doof wenn man genauer drüber nachdenkt.

Das war jetzt einfach nur ein kurzer Ausflug in die Welt der Aale, Fische und hübschen Tierpflegerinnen von Westaustralien.  Geht schon wieder weiter mit den Menschen-Geschichten.

Caro vs. Emu:
0:1
Jedenfalls war meinereiner dann aber nicht allzu unfroh als wir am Samstag dann wieder aufgebrochen sind ... so ein sauberes Campingplatzklo & Dusche kann halt schon was. Caro war dann auch froh ... hat sie doch kurz vorm Aufbruch noch ein interessantes Erlebnis mit den Emus gehabt: Sie sitzt am Campingtisch und ist ihr Frühstücks-Brot, denkt sich nix und schaut durch die Gegend, als auf einmal ein Emu nach ihrem Sandwich pickt ... bevor der zweite dann kommt und es auf die Philadelphia-Dose abgesehen hat. Ab da war dann Schluss mit Lustig und neben den Pelikanen sind jetzt auch die Emus auf Caros "Lieblingstierliste" um EINIGE Stellen nach unten gerückt.

Sind dann im Prinzip 600km durch bis rauf nach Coral Bay gefahren ... Fahrt wieder - wie zu erwarten war - recht eintönig. Highlight: Klassiker aus einem schlechten Roadmovie ... einsamer Trucker schleppt sich an Roadhouse im Nirgendwo eine billige Nutte ab, die sich schnell noch 3 Paktln Schmerzmittel holt bevor sie in seinem Road-Train davonbraussen. Na Gratulation.

Karibik oder Coral Bay -
man kann es einfach nicht sagen
Coral Bay ist wie oben schon erwähnt eigentlich wirklich nicht viel mehr als eine Strasse mit Supermarkt, Cafe, Surfshop, Campingplatz, Restaurant und das war's dann eigentlich schon. Aber wie ebenfalls schon erwähnt: Ist recht fein hier muss ich sagen. Vorallem ist unser Campingplatz tipp-topp, direkt am Meer gelegen, Stellplätze schön mit Gras und so, alles perfekt sauber, die Grillplätze toll und das Publikum auch sehr fein (eher unser alter aufwärts, also nix mit betrunkenen Backpackern).

 
... mittlerweile, um einen kleinen Zeitsprung zu machen, ist es auch schon nach 21:00 Uhr ... ich sitze nicht mehr in der Abendsonne sondern unterm Sternenhimmel vorm Auto und versuche den heutigen Eintrag halbwegs fertig zu bekommen ...

Sind dann gestern (Samstags) angekommen um kurz nach 3 am Nachmittag und haben uns dann gleich mal jeweils ein Schnorchelset gemietet. Meinereiner hat ja noch nie mit Schnorchel und noch nie mit Flossen zu tun gehabt (zumindest nicht dass ich mich erinnern könnte). Und deshalb hab ich dann auch gleich die Tätigkeit "Schnorcheln" auf meine Liste mit "Dingen die ich nicht kann" einordnen können. Habs irgendwie nicht gscheit deratmet (ohne Nase, komisch), und mit den Flossen bin ich auch nicht wirklich weitergekommen. War auch blöd, weil nachmittags schon sehr der Wind gegangen ist und wenn man erstmalig probieren will ist Wind nach einer >6h Autofahrt am Meer das letzte was man will, vorallem wenn man genau ruckizucki 2h Zeit hat und aus dem Auto als erstes gleich ins Meer springt. War dann im Endeffekt echt blöd, weil heute (Sonntag) für mich die Tour die Caro gemacht hat ausgefallen ist, weil ich mich, wenn ich mich mit schnorcheln noch schwer tue, sicher nicht von einem Boot irgendwo auf hoher See bei Korallen aussetzen lass. Caro ist somit heute dann um 10:00 aufgebrochen und hat sich 2h lang Korallen & Fische angeschaut, während ich das schnorcheln noch mal in aller Ruhe probiert hab. Hat diesmal - oh Wunder - auch bestens funktioniert. Nur halt leider einen Tag zu spät, weil wir morgen (Montag) schon wieder weiterfahren und mir somit das durch die Lappen geht, auf das ich mich eigentlich am meisten gefreut gehabt hätte: Schnorcheln bei den Korallen am Ningaloo Reef. Naja, man kann halt nicht alles haben ...

Haben den heutigen Nachmittag dann noch mit ein wenig Backgammon und Schwimmen verbracht, bevor wir abends dann ausnahmsweise mal wieder in einem ECHTEN Restaurant essen waren. "Reef & Beef" hats für uns beide gegeben, Steak garniert mit Garnelen ... *mmmhhhh*

Als nächstes gehts nach Exmouth ... liegt ca. 1-2 Autostunden nördlich von Coral Bay ... und ist dann wahrscheinlich unser letzter, wirklicher Badeort bevor wir langsam mit den grossen Autotouren durchs Hinterland anfangen (müssen). Man wird sehen.

So, lieber Blogleser & Leserinnen ... um wiedermal ganz zu Verwirren:

ZEITSPRUNG:

Caro und einer der tausenden
Termitenhügel denen wir heute
über Weg gelaufen sind.
Mittlerweile ist es Montag, 5.3. und ich kann schon aus Exmouth berichten. Haben uns eben heute morgen dann gemütlich von unserer Karibik-Idylle auf die verbleibenden 150km nach Exmouth gemacht. Unsere Mitcamper nebenbei auch alle, da heute in Public Holiday in Australien ist und somit alle vom verlängerten Wochenende wieder heimfahren. Soll uns recht sein, mehr Platz für uns am Campingplatz. Die Fahrt ansich war dann sehr unspektakulär ... und in ca. 2 Stunden erledigt.

Exmouth ist zwar ein wenig grösser als "die Strasse" Coral Bay ... hat aber nicht wirklich Charme: Nur ein paar Häuser, ein "Town Center" das im Prinzip aus ein paar Shops und Supermärkten besteht, 1-2 Tankstellen, 2-3 Campingplätze ... und aus. Und am Meer sind wir glaub ich auch nicht direkt ... zumindest nicht unser Campingplatz.

Apropos Campingplatz: sind hier wirklich FAST allein ... um uns rum auf den nächstgelegenen 20 Stellplätzen stehen vielleicht 3-4 Autos ... also wirklich toll so eine Low-Season. Sind zwar hier tausende Vögel (normale, bunte, welchem mit so einem Gimpel auf, Papageien, etc.), die die meiste Zeit nur schreien, aber auch das hat sich zu dieser Abendstunde mittlerweile gelegt. Irgendwann ist hier auch ein Motorradfahrer mit einem Papagei auf der Schulter vorbei gefahren durch den Campingplatz ... warum auch immer, hat aber cool ausgeschaut.

Total im Stress wie man sieht
Sind dann wie gesagt um ca. genau Mittag angekommen, waren an Sprung im Visitor Center, waren gross Einkaufen (unsere Vorräte waren schon fast wieder leer) und haben uns dann als nächstes Snorkeling-Gear ausgeliehen. Recht billig muss ich sagen ... Flossen & Brille mit Schnorchel für jeweils AUD 10,- am Tag ... sind ca. 8,5 Euro. Haben uns dann gleich wieder ins Auto gesetzt und angefangen die Halbinsel zu erkunden ... Exmouth liegt auf der östlichen Seite, wunderschöne Strände und Buchten auf der Westlichen. Diese Beaches & Bays sind nebenbei (fast) allesamt im hiesigen Cape Range Nationalpark. Gut dass wir einen NP-Pass haben, der sich mittlerweile WIRKLICH gerechnet hat :) Sind als allererstes gleich zur Turquoise Bay gefahren, die hier als schönste aller Buchten und als Schnorchelparadies gilt. Und dem war auch so. Im Lonely Planet steht zwar "Can be overcrowded" drin ... aber da wir in der Low-Season unterwegs sind, haben wir uns die riesige Bucht genau mit einer Familie und 4 Schnorchlern "teilen" müssen ... DAS lass ich mir einleuchten. Vorteil von dieser Bay: Das Riff ist hier nur 20-40m vom Strand entfernt und deshalb sehr sehr leicht erreichbar (einzig auf die Strömung muss man ein wenig aufpassen ... aber hat bestens funktioniert). Sind dann eben rausgeschwommen und haben uns 30 Minuten oder so dem Schnorcheln hingegeben ... somit bin auch ich endlich zu meinem Schnorchelerlebnis auf den Korallen gekommen, alles gut.

Man beachte die gefinkelte
"Hut - TShirt"-Kombi am Kopf
... beim runtergehen zum Beach hat die dortige Familie eh schon gesagt "Watch out, there's a little shark out there ... swimming around!" ... was wir aber gekonnt ignoriert haben. Als wir allerdings dann wieder nach 30 Minuten aus dem Wasser sind ... sind eh schon die restlichen Leute am Wasserrand gestanden und haben uns mit "Look, there it is, the Shark!" hergerufen. Toll. Besser so, als wir wären ihm im Wasser begegnet. Wie sich dann herausgestellt hat, war's wirklich nur ein "kleiner", ca. 1 Meter langer Black-Tip Reef-Shark, der gemütlich seine Runden gedreht hat. Das tolle hier: genau 5-10 Meter vor dem Strand. Man sieht hier wirklich - allein vom Strand aus - unglaublich viel: Haie, Schildkröten, Fische die bis ganz ran schwimmen, etc. Sind dann ein paar Meter dem Strand entlangspaziert und dem Hai gefolgt ... der dann einen zweiten Artgenossen getroffen hat. Da bin ich dann Fototasche holen gegangen ... allerdings waren die 2 doch recht geselligen Tiere dann wieder weg. Wie wir allerdings dann von unserer Runde retourgekommen sind, haben wir vom Strand aus NOCH einen Hai gesehen, der allerdings dann schon nicht mehr so gesellig war ... und über 2 Meter lang. Und das haben wir dann schon nicht mehr so toll gefunden :) Aber auch der: bis an 5-10 Meter an den Strand heran, die scheissen sich hier nix. Aber somit war das Schnorchel-Erlebnis heute für uns mal gelaufen :) ... war aber eh wurscht, war schon 17:00 Uhr.

Sind dann noch weiter zur nächsten Bucht gefahren, wo's aber dank des niedrigen Wasserstandes, nix zu schnorcheln gab. Haben uns dann wieder retour auf den 70km / 45 Minuten Trip nach Exmouth gemacht. Am Weg dahin (weils ja schon Richtung Abend ging) haben wir am Rand der Strasse etliche Kanguruhs und Walabis gesehen alle paar Meter ... wo Caro leider immer aussteigen und hingehen und fotografieren wollte. Waren eh recht brav als Fotomotiv muss ich sagen. Abends haben wir uns dann in der Camp Kitchen dann genau ein Mikrowellenessen (das hier aussergewöhnlich gut ist muss ich sagen ... so indisches/thailändisches Zeug, namm) gemacht und chillen jetzt ein wenig vorm Camper. Die Planung für die restlichen Tage steht auch schon ... es erwarten uns VIELE VIELE VIELE Autokilometer ... aber das war uns bewusst dass der Weg vom Korallenriff bis nach Darwin rauf ins Northern Territory ein langer wird.

Aber jetzt gehts morgen erst nochmal vormittags und nachmittags schnorcheln irgendwo in einer der Buchten, ein Schiffswrack solls hier auch zum anschauen geben ... also morgen wird noch sehr entspannt werden. Wetter ist, ich kanns mir derweil wirklich sparen, nachwievor traumhaft ... 35°-40°C unter Tags ... abends dann um die 28°C, perfekt um vorm Camper draussen zu sitzen. Bis jetzt haben wir wirklich grosses (!) Wetterglück gehabt ... bis auf die 1-2 Tage Nieselregen unten im Südwesten war JEDER Tag bis jetzt traumhaft schön. Aber ich befürchte der Norden mit dem Ausläufer der Regenzeit wird uns das wieder retourgeben.

Aber DAZU dann ein andermal :)

Kommentare:

  1. Vermisse in diesem Satz die Ironie: "Ich hab zu den Betrunkenen müssen, toll." ;-)

    AntwortenLöschen
  2. wenn du so schnorchelst wie du eisläufst wunderts mich nicht dass nix weitergeht ;)
    klingt alles wirklich toll, viel spaß euch weiterhin!

    bussi,

    robi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dieser Vergleich hinkt nicht! :)) Bussii Caro

      Löschen